„Welchen Mehrwert bringt die Messe?“ – KPÖ will Areal in Grünfläche verwandeln


„Welchen Mehrwert bringt die Messe?“ – KPÖ will Areal in Grünfläche verwandeln
Pressestelle - Tirol
21. Mai 2026
Angesichts der jährlichen Millionenverluste der Congress Messe Innsbruck, hätten wir einen Vorschlag: Ein Entsiegelungsprojekt nach Welser Vorbild. Die Greenpeace-Studie, die Innsbruck beim Grünflächenanteil als Schlusslicht ausweist, zeigt, ein grüner Erholungsraum für alle wäre viel dringender als eine strukturell defizitäre Messe. Diese schafft nämlich in ihrer jetzigen Form höchstens einen sehr geringen gesellschaftlichen Mehrwert, finden wir.
Die aktuellen Medienberichte über die Congress Messe Innsbruck (CMI) bestätigen: Die Messe schreibt Jahr für Jahr rote Zahlen – von 2013 bis 2024 summierten sich die Verluste auf fast 18 Millionen Euro. Besonders bezeichnend ist für uns die plötzliche Kehrtwende der Gesellschafter (Stadt, Land, Wirtschaftskammer, TVB). Sie erklären nun, Gewinne seien „nicht realistisch“ und „nicht der primäre Maßstab“. Statt eines „klassischen Jahresüberschusses“ zähle nun der „positive Cashflow“.(1)
„Gewinne zählen plötzlich nicht mehr – aber nur für die Messe“
„Interessant, dass Gewinne auf einmal nicht mehr zählen, wenn es um ein prestigeträchtiges Betonareal geht”, kommentiert KPÖ-Gemeinderätin Pia Tomedi. „Bei sozialen Einrichtungen, leistbarem Wohnbau oder öffentlicher Daseinsvorsorge wird jedes Defizit skandalisiert – aber bei der Messe wird umgedeutet.“ Wir schlagen vor, den Messebetrieb in seiner aktuellen Form grundsätzlich zu hinterfragen.
„Welchen gesellschaftlichen Mehrwert bringt die Messe Innsbruck in ihrer bisherigen Nutzung überhaupt?”, fragt Tomedi. „380 Veranstaltungen im Jahr – das klingt nach viel, aber handelt es sich dabei wirklich um Leistungen, die der breiten Bevölkerung nutzen? Das muss man sich angesichts der stagnierenden Zahlen fragen. „Einen echten gesellschaftlichen Mehrwert für die arbeitende Bevölkerung, für Familien, für ältere Menschen – den sehe ich derzeit nicht.“
„Greenpeace-Studie ernst nehmen – Innsbruck hat Nachholbedarf“
Statt weiterhin Steuergeld für ein defizitäres Betonareal zu verbrauchen, das nur geringen gesellschaftlichen Mehrwert liefert, verlangen wir ein Umdenken. Wir schlagen ein Entsiegelungsprojekt nach dem Vorbild von Wels (OÖ) vor. Dort wird auf mehr als 40.000 Quadratmetern ein ehemaliges Messegelände in einen grünen Volksgarten verwandelt.(2) „Wels zeigt, wie es geht: Aus Beton wird wieder Natur”, sagt Tomedi. „Laut aktueller Greenpeace-Studie ist Innsbruck Schlusslicht bei den Grünflächen in österreichischen Stadtkernen. Das sollten wir ernst nehmen. Die Messe kostet uns Millionen, versiegelt wertvollen Boden und kommt bei der Bevölkerung wenig an. Stattdessen könnten wir hier einen grünen Erholungsraum für alle schaffen.“(3)
Quellenverweis:
(1) Strozzi, Max: Jedes Jahr rote Zahlen: Messe Innsbruck „strukturell defizitär“, Gewinne „nicht realistisch“; in: Tiroler Tageszeitung; online:https://www.tt.com/artikel/30934015/jedes-jahr-rote-zahlen-messe-innsbruck-strukturell-defizitaer-gewinne-nicht-realistisch; Abgerufen am 18.05.2026.
(2) Stadt Wels Verwaltung: Wels startet Österreichs größtes Entsiegelungsprojekt; online: https://www.wels.gv.at/news/detail/wels-startet-oesterreichs-groesstes-entsiegelungsprojekt/; Abgerufen am 18.05.2026.
(3) Greenpeace (Mai 2026): Grau, Grüner, am Grünsten, Die Landeshauptstädte im Vergleich; Studie von Greenpeace in Zentral- und Osteuropa; Wien: Eigenverlag; Seite 6.