"Wirtschaftsförderung": Air&Style-Nachfolger als Etikettenschwindel?

Pressestelle - Tirol

9. Juni 2026

Wir haben im Innsbrucker Gemeinderat gegen die Subvention für das „Airdrenaline“-Event am Bergisel gestimmt. Konkret geht es um 332.000 Euro Steuergeld von der Stadt Innsbruck für das zweitägige Event am 27. und 28. November 2026. Die Veranstalter um die Live Nation Austria GmbH sprechen in ihrem Subventionsantrag von einem „niederschwelligen Zugang zu Kultur“ – wir widersprechen.

„Niederschwellig sieht anders aus“, so KPÖ-Klubobfrau Pia Tomedi. Die Veranstalter kalkulieren bei 12.000 Besuchern mit Einnahmen aus dem Ticketverkauf von 1,1 Millionen Euro. Das macht einen durchschnittlichen Ticketpreis von knapp 100 Euro. „Wo bleibt da die soziale Treffsicherheit? Wer sich die Miete nicht mehr leisten kann, kauft kein 100-Euro-Ticket für ein Sport-Event“, kritisiert Tomedi. Sozialtarife oder ermäßigte Kontingente für Menschen mit geringem Einkommen, Studierende oder Familien sind im Antrag der Veranstalter nicht vorgesehen.

Etikettenschwindel: Sport-Event als „Kultur“ getarnt
Wir orten zudem einen handfesten Etikettenschwindel: Die Veranstalter beantragen die Subvention im Bereich „Kultur“ – doch im Kern handelt es sich um einen FIS Freestyle Weltcup, also um Spitzensport. Das Musikprogramm ist lediglich Beiwerk. „Das ist eine bewusste Umgehung der tatsächlichen Zuständigkeiten. Hier wird ein kommerzielles Sport-Event als Kulturförderung verkauft, um Fördertöpfe zu erschließen. Das ist keine Kultur- sondern eine Wirtschaftsförderung“, stellt Tomedi klar.

Falsche Prioritäten trotz Sparkurs und Wohnungskrise
Für uns ist die Subvention ein weiterer Beleg für die falsche Prioritätensetzung der Stadtregierung unter Bürgermeister Johannes Anzengruber: „Die Stadt schreibt sich einen Sparkurs auf die Fahne – und gleichzeitig werden Hunderttausende Euro für ein Event ausgegeben, das ohnehin nicht für alle leistbar ist. Gleichzeitig fehlt das Geld für den geförderten Wohnbau und Soziales. Die Stadtregierung muss ihre Prioritäten überdenken“, fordert Tomedi.

Sicherheitsbedenken nach der Tragödie von 1999
Letztens dürften laut KPÖ die Sicherheitsfragen nicht vernachlässigt werden. Nach der Massenpanik beim Air&Style im Jahr 1999 schrieb die Stadt eine verbindliche Zuschauerbegrenzung von 12.000 Personen pro Veranstaltungstag vor. „Wir haben große Sorge, dass mit der jährlichen Wiederkehr des Events der Druck steigt, diese Auflagen schrittweise aufzuweichen – immer mit dem Argument der Wirtschaftlichkeit. Das darf nicht passieren“, warnt Tomedi.


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